HECHT 1911

Das erste Fahrgastschiff für den Pfäffikersee

Der junge Bootsbauer Emil Leemann (1889–1939) eröffnete – wohl mit Hilfe seines Vaters, Wirt zum Hecht in Pfäffikon ZH – um 1909 seine Bootsbauerei in Pfäffikon ZH, unweit des Seeufers. 1910/11 erbaute er das offene Personenschiff HECHT und liess es am 23. Mai 1911 vom Stapel. Mit diesem Boot richtete er einen regelmässigen Schiffsverkehr ein, der Pfäffikon, Seegräben, Robenhausen (Wetzikon) und Auslikon verband.

HECHT ist in seiner Schlichtheit ein Zeugnis der Bootsbauerkunst des jungen Emil Leemann. Ohne jede Verzierung besticht das Boot durch seine elegante Linie und seine professionelle Bauweise. HECHT war für 25 Personen zugelassen und bis zum 2. Weltkrieg im täglichen Einsatz. Nachher diente er bis ca. 2003 der Bootsvermietung Schaufelberger für Gruppen, Schulreisen und Extrafahrten. Wegen anstehender Reparaturen war er seither ausser Betrieb genommen.

Der ausserordentlich gute Zustand der Originalsubstanz nach über 100 Jahren rechtfertigt die Renovation und die Wiederinbetriebnahme als Personenschiff auf seinem angestammten See. HECHT hat für den Pfäffikersee eine vergleichbare Bedeutung wie die GREIF für den Greifensee. Deshalb hat ihn die Stiftung 2015 erworben und sachgerecht einlagern lassen. Mit Geldern des Lotteriefonds, der Gemeinde Pfäffikon, Gönnern, Sponsoren und Spenden wurde er renoviert und mit einem Elektromotor ausgerüstet. Er wird anlässlich des Forellenfestes 2019 am 29. Juni 2019 seinen zweiten Stapellauf erleben ab dann wieder auf dem Pfäffikersee für Rund- und Extrafahrten zur Verfügung stehen.

HECHT, am 23. Mai 1911, beim Stapellauf
HECHT, am 23. Mai 1911, beim Stapellauf