Salonboot TUGENIA

Das 1904 durch die Werft Johannes Faul gebaute Salonboot «Tugenia» ist ein Ausdruck des gesellschaftlichen Zeitgeistes der Belle Époque. In ihrer Konstruktionsweise und Ausgestaltung symbolisiert sie die damalige Dekadenz, die zur Schaustellung des persönlichen, durch den wirtschaftlichen Aufschwung erlangten Reichtums des gehobenen Bürgertums. Gleichzeitig versinnbildlicht sie das zur Zeit der Belle Époque erwachte Interesse an Freizeitvergnügungen.

Als, durch einen Elektromotor angetriebenes Boot legt sie ausserdem Zeugnis über die elektrotechnische Entwicklung der zweiten industriellen Revolution ab, die Ende des 19. Jahrhunderts Einzug im Bootsbau hielt.

Als frühes Werk der sich in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts ständig vergrössernden Werft von Johannes Faul, ist die Tugenia eine Zeugin des wirtschaftlichen Booms der Werften für den internationalen Vergnügungsbootsbau rund um den Zürichsee. Auch die Johannes Faul Werft lieferte ihre Boote an renommierte, internationale Kundschaften aus. Inspiriert durch den US-amerikanischen Bootsbau, zeichnen sich die Boote der Johannes Faul Werft durch ihre ausgefeilte Bootsbaukonstruktionen sowie den qualitativ sehr hochwertigen Ausbau aus. Die Tugenia mit ihrer innovativen Bootsrumpfausbildung und ihrem höchst qualitätvollen Bootsausbau ist hierfür ein exemplarisches Beispiel. Entsprechend ist der Tugenia ein hoher bootsbaukünstlerischer Wert zuzuschreiben.

Die Tatsache, dass es sich bei der Tugenia um die wohl letzte Vertreterin der Vergnügungsboote aus der Jahrhundertwende handelt, und sie vermutlich das älteste fahrtüchtige Salonboot auf dem Zürichsee darstellt, ist ihr ein hoher historischer Eigenwert beizumessen.

Das elektrische Salonboot TUGENIA ist nicht nur ein Taxiboot, es ist auch den Kapitänen für den Privatgebrauch im Sharing zugänglich.

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TUGENIA (2023)
TUGENIA (2023)