HANALEI II

Ein Nachbau eines US-amerikanischen Rhumrunners

Am 11. Oktober 1951 erkundigte sich der Genfer Medizinprofessor Dr. Karl Max Walthard bei den Gebrüdern Faul, Automobile und Wasserfahrzeuge in Horgen schriftlich, ob ein Ersatz seiner einst in New York gekauften HANALEI durch ein neues Motorboot denkbar sei. "Ich möchte aber nur ein solches Boot erwerben, das die gleichen guten Eigenschaften dieses Dodge-Bootes aufweist wie die "Hanalei". Das Boot soll ca 5 m lang sein, 1,5 m breit, Personenzahl maximal 4, Geschwindigkeit 45 km (auf unseren Seen rascher zu fahren ist nichts anderes als unnötig und erhöht den Benzinverbrauch ungemein; die "Hanalei" brennt 16 Liter pro Stunde bei 40 km). Ganz besonders kommt es mir darauf an, ein niederes Boot zu erwerben; ich möchte keines, das ein zu hohes Bord besitzt. Das Boot soll sich gut zum sonnen und baden eignen."

Nach einiger Korrespondenz spedierte Prof. Walthard seine Hanalei im November 1951 per Bahn als Frachtgut nach Horgen, um sie genau untersuchen zu lassen. Die Gebrüder Faul stellten am 3. Dezember schriftlich fest, dass sich eine Instandstellung der Hanalei nicht mehr lohne und offerierten einen Nachbau zum Preis von Fr. 18'000.--

Prof. Walthard war "deshalb im Prinzip damit einverstanden, wenn Sie zu den mir mitgeteilten Bedingungen eine Kopie des alten Bootes bauen wollen. Bevor ich Ihnen aber die definitive Bestellung aufgebe, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir die versprochenen Pläne (Seiten- und Aufsichtsansicht) zustellen würden." 

Am 19.II.52. übersandten die Gebrüder Faul die "Plankopie No.905". Am 21. Februar 1952 stellte Prof. Walthard schriftlich fest, dass er im Prinzip mit dem Plan einverstanden sei, aber folgende Abänderungen anregen wolle: 1. Steuerung backbord (wie früher); 2. kein Achtercockpit; 3. nur das Allernotwendigste an Beschlägen; 4. Kissen blau; 5. Name hinten, nicht seitlich. Und: "Ich bin entschlossen, das Boot bauen zu lassen, sobald ich die genaue Spezifikation erhalten haben werde. Schon jetzt aber möchte ich Sie bitten, dass ich das Boot am 1. Mai geliefert haben möchte. Ist das möglich?"

Am 28. Februar 1952 lieferten die Gebrüder Faul die geforderten Spezifikationen. Am 3. März 1952 wurde der Verkaufs-Vertrag ausgestellt und am 12. März beiderseits unterschrieben und die Lieferung per Mitte Mai 1952 vereinbart. 8 Wochen später war das Boot gebaut und an den Genfersee geliefert!

 

Erste Zuschrift von Prof. Walthard an Gebrüder Faul (1951)